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Bambus
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Alles ueber Bambus
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Bambuseae
- Bambusoideae

Bambus (Bambuseae) ist eine Tribus von Süßgräsern aus der
Unterfamilie der Bambusgewächse (Bambusoideae) mit zahlreichen
Arten. Es sind grasartig wachsende verholzende Taxa mit schlanken,
nicht selten verzweigten, oft meterlangen Halmen, luftigen, zierlichen
Blätterkronen, grasartigen Blättern und bisweilen riesigen
Blütenrispen.
Die zweite Tribus der Bambusgewächse bilden die Olyreae, Taxa, die wie „normale“ Gräser
wachsen, Horste bilden und nicht verholzen. Sie werden selten
höher als einen Meter. Ihre Heimat ist Südamerika.
Der Name Bambus wird sowohl auf die Unterfamilie
Bambusoideae als
auch auf die Tribus Bambuseae angewandt. Dieser Artikel
beschäftigt
sich mit den 1447 verholzenden Bambusarten der Tribus Bambuseae.
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Inhaltsverzeichnis
- 1 Verbreitung
- 2 Beschreibung
- 2.1 Wuchs
ausgewählter Arten
- 2.2 Blütenbildung
- 2.3 Rhizom und
Wuchsform
- 3 Bedeutung als
Nutzpflanze
- 4 Verwendung
- 4.1 Lebensmittel
- 4.2 Gartenbau
- 4.3 Baustoff
- 4.4 Gebrauchsgegenstände
- 4.5 Werkstoffe
- 4.6 Zellstoff und
Textilien
- 4.7 Inhaltsstoffe
- 4.8 Energetische
Nutzung
- 5 Kulturelle Bedeutung
- 6 Systematik
- 6.1 Subtribus
Arthrostylidiinae
- 6.2 Subtribus
Arundinariinae
- 6.3 Subtribus
Bambusinae
- 6.4 Subtribus
Chusqueinae
- 6.5 Subtribus Guaduinae
- 6.6 Subtribus
Melocanninae
- 6.7 Subtribus Nastinae
- 6.8 Subtribus
Racemobambodinae
- 6.9 Subtribus
Shibataeinae
- 7 Fälschlich als
„Bambus“ bezeichnete Vertreter anderer Arten
- 8 Quellen und
weiterführende Informationen
- 8.1 Literatur
- 8.2 Weblinks
- 8.3 Einzelnachweise
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Verbreitung
Bambusse sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme von
Europa und der Antarktis
beheimatet. Allein 500 Arten der Bambuseae kommen in China vor, weitere
100 meist kleinwüchsige Arten in Japan. Die hohen Bambusarten
Japans
wurden wohl aus China importiert. Eine große Zahl weiterer Arten
stammt
aus (Nord- und Süd-) Amerika, 130 Arten allein wachsen in den
Anden
Südamerikas. Aus Afrika stammen 17 Arten, aus Australien weitere
drei.
Ihren Verbreitungsschwerpunkt haben sie in den Tropen bis Subtropen,
manche Arten gedeihen jedoch auch in kälteren Bereichen gut. So
bildet
zum Beispiel Chusquea aristata in der östlichen Andenkette noch
bei 4700 m NN undurchdringliche Dickichte und findet sich bis an
die Schneegrenze, auch im Himalaja
steigen einige Arten bis 3800 m NN.
Beschreibung
Wuchs ausgewählter Arten
Bambuswald am Huang
Shan, China
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Bambus-Dickicht im Tyler State Park (TX)
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Die Zellen der Halme enthalten wie Bäume eine
große Menge an Lignin
und sind entsprechend hart. Daher können die Halme große
Wuchshöhen
erreichen. Einige Arten erreichen riesige Dimensionen – so wird zum
Beispiel Dendrocalamus brandisii 38
Meter hoch, bei 80 cm Halmumfang.
Blütenbildung
Die meisten Bambusarten sind monokarpe Pflanzen
und sterben nach der Blüte und der Fruchtbildung ab. Sie
blühen
synchron periodisch, je nach Art alle 12 bis 120 Jahre. Da die Pflanzen
in einer Region gleichzeitig blühen, kann dieses Absterben von
Pflanzen
eine große Region betreffen. Das ist unter anderem in den
1990er-Jahren
und 2006 in Europa vorgekommen, wo Bambus als Gartenpflanze genutzt
wird. Wegen der seltenen Frequenz ist die Blüte vom Bambus noch
nicht
eingehend erforscht, es ist z. B. noch nicht bekannt, wieso die
Pflanze
so selten blüht und was sie zum Blühen anregt. Es wird
angenommen, dass
die seltene und großflächige Blüte dazu beiträgt,
die Samen zu
erhalten, da sich keine Tiere auf ihren Verzehr spezialisieren
können.
 Rhizom
und Wuchsform
Blütenstand – Detailansicht
Bambusse
bilden unterirdische Rhizome,
die den Wuchstyp des Bambus bestimmen. Dabei unterscheidet man zwei
grundlegende Arten: leptomorphe Rhizome und pachymorphe Rhizome.
Leptomorphe Rhizome sind lang und schlank und
wachsen
horizontal in den oberen 30 cm des Bodens. Sie können mehrere
Meter
lang werden, bevor sich wieder ein Halm entwickelt. Diese Rhizome
können durchaus einige Meter pro Jahr zurücklegen.
Pachymorphe Rhizome sind dick und kurz und bilden
in kurzen
Abständen neue Triebe. Dadurch wachsen diese Bambusse in mehr oder
weniger dichten Horsten und wuchern nicht. Die in Europa häufig zu
sehende Gattung Fargesia gehört zu den Bambussen mit
pachymorphem Rhizom.
Eine Zwischenstufe bilden amphipodiale Rhizome.
Dabei handelt
es sich um pachymorphe Rhizome die lange Triebstücke bilden
können.
Eine Gattung, die eine solche Wuchsform zeigt, ist z. B. Chusquea.
Bedeutung
als Nutzpflanze
Weltweit bedeckt Bambus eine Fläche von ca. 37
Millionen Hektar,
davon etwa sechs Millionen in China und neun Millionen in Indien. Je
Hektar können 10 bis 15 Tonnen Biomasse pro Jahr nachhaltig
gewonnen
werden. Belastbares Zahlenmaterial zu Flächen und
ökonomischer
Bedeutung liegt jedoch nicht vor, unter anderem da die Nutzung
häufig
lokal erfolgt. Zudem wird Bambus von forstwirtschaftlichen
Produktionsstatistiken in der Regel nicht erfasst.
Verwendung
Bambus ist ein bedeutender, schnell nachwachsender
Rohstoff. Vor
allem in Asien hat er große ökologische, ökonomische
und kulturelle
Bedeutung; für etwa 1,5 Milliarden Menschen bilden Bambus und
seine
vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten eine Lebensgrundlage.
Das
verholzende Riesengras ist seit Jahrhunderten regionaler Lieferant von
Baustoffen und Brennmaterialien. Das Spektrum der Anwendungen reicht
dabei von der Verwendung als Nahrungsmittel über die Nutzung als
Baumaterial für den Möbel- und Hausbau, die Produktion von
Textilien
und Biowerkstoffen
bis hin zur Nutzung von Pflanzenauszügen (Bambusmilch) bei der
Herstellung von Kosmetik- und Pflegeprodukten. Auch energetisch wird
Bambus genutzt, beispielsweise in Form von Bambuspellets oder
Bambus-Holzkohle, die aus Bambus hergestellt werden.
Lebensmittel
Frische Bambussprossen im Supermarkt
Snack
mit frischem Bambus und
Mayonnaise in einem kleinen Straßenrestaurant in Taipeh
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Die Nutzung als Lebensmittel betrifft vor allem die
jungen Schösslinge des Bambusrohrs, die als Gemüse genossen
oder in Essig eingelegt werden. Besonders die Gattungen Bambusa, Dendrocalamus und Phyllostachys
sind für den Verzehr geeignet. Frisch geerntete Bambussprossen
haben
ein sehr festes, hellgelbes Fleisch mit schmalen Luftkammern in der
Mitte der Sprosse. Sie werden gewonnen, indem sie aus dem Boden
ausgegraben werden und sind mit mehreren sehr festen, haarigen und
dunkelbraunen Blättern umgeben, die vor dem Kochen entfernt
werden.
Bambussprossen werden vorwiegend aus Asien und Lateinamerika
importiert. In Europa werden sie nur in Italien angebaut. Sie werden
auch vorgekocht und abgepackt zum Verkauf angeboten.
Die Schösslinge enthalten ein Toxin (Blausäureglykosid),
das durch Kochen neutralisiert werden muss. Da viele Bambusarten auch
Bitterstoffe enthalten, sollten diese ebenfalls durch Kochen
neutralisiert werden. In Japan werden Bambussprossen z. B.
zusammen mit
dem Mehl gekocht, das beim Polieren von Reis entsteht („nuka“) und vor
allem die äußeren Schichten des Reiskorns enthält.
Eingelegte
Bambussprossen werden „Achia“ oder „Atchia“
genannt.
Auch das haferähnliche
Korn des Bambus ist essbar. Tee enthält vor allem Kohlenhydrate,
Ballaststoffe, Proteine, Fette, Mineralstoffe und Vitamine. Angeblich
soll er helfen, Migräne vorzubeugen.
Wirtschaftlich erfolgreich ist der Einsatz von feinem
Bambuspulver
(oder –fasern) als Zuschlagstoffe für Lebensmittel. Sie sind
geschmacksneutral bei einem Ballaststoffgehalt von über 98 %.
Diese Bambusprodukte bieten sowohl die ernährungsphysiologische
(z. B. Ballaststoffanreicherung, Kalorienreduktion) als auch die
technologischen (z. B. Texturverbesserung, Wasserbindung)
Vorzüge von
Ballaststoffkonzentraten und lassen sich daher vielseitig in der
Produktentwicklung einsetzen. Zwar ist ihr Einsatz in Deutschland nicht
zugelassen, insbesondere in den USA und Kanada sowie im asiatischen
Raum werden sie aber für verschiedene Nahrungsmittel und
–ergänzungsmittel genutzt, beispielsweise in Fruchtsäften
sowie in
Gewürzen, Tabletten, Backwaren und Soßen.
Gartenbau
Winterlicher Kälteschutz aus
Bambusstäben (Japan)
In der chinesischen Gartenkunst
ist der Bambus ein wesentliches Gestaltungselement. Auch in
europäischen Gärten wurde der Bambus in den letzten Jahren
immer
beliebter. Dabei kann Bambus u. a. als Hain, Hecke, Bodendecker,
Terrassen- und Innenhofbegrünung, Sicht- und Windschutz, für
Dachgärten, als Kübelpflanze oder Wintergartenbegrünung
eingesetzt
werden und ist gestalterisch vielseitig einsetzbar.
Bambus ist eine immergrüne
Pflanze. 80 Prozent aller in Deutschland angebotenen
Bambussorten (insbesondere Fargesia, Phyllostachys) sind robust
und verkraften kurzzeitig Temperaturen bis −20 °C.
Baustoff
Verwendung
von Bambus: Ein Baugerüst in Mumbai, Indien
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aus
Bambus hergestelltes Furnier, unbehandelt
|
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Bambus ist ein leicht verfügbarer und zugleich
hochwertiger Rohstoff. In vielen Eigenschaften ist Bambus den
Harthölzern
ebenbürtig und in seiner Zähigkeit dem Holz sogar
überlegen; durch die
Hohlräume ist Bambus extrem leicht und elastisch. Während
Bambus in
Asien oft als „Holz der armen Leute“ gilt, ist es in Europa ein
exklusiver Werkstoff für die Innenausstattung. Die
größte Bedeutung hat
Bambus traditionell als vielseitiger Baustoff. Die Verwendung reicht
von temporären Bauten und dem Hausbau über den Möbelbau
bis hin zu
technischen Konstruktionen wie Brücken. Als konstruktives
Baumaterial
sind maßhaltige Bambusstangen mit einem der Anwendung
entsprechenden
Durchmesser erforderlich. Um die häufige Rissbildung zu
minimieren,
muss das altersgerecht geerntete Material zeitaufwändig und
schonend
getrocknet werden. Je nach Verwendung wird das Rohr zu Streifen
geschnitten (was auch die Rissbildung minimiert), geschliffen,
weiterverarbeitet und gegebenenfalls oberflächenbehandelt.
Aus dem zähen, leichten und sehr harten Holz werden
traditionell
Häuser gebaut, die Nutzung geht mit der modernen Bautechnik
allerdings
deutlich zurück und vor allem in Städten finden sich heute
kaum noch
Gebäude in Bambusbauweise. Früher wurden ganze Dörfer
nur aus Bambus
gebaut, und der größte Teil der Hauptstadt von Siam
schwamm auf Bambusflößen. Auch Brücken und
Wasserleitungen wurden aus
Bambus gebaut, sowie Gerüste und Straßen. Für die
Nutzung als Baustoff
ist es allerdings notwendig, dass der Bambus vor seiner Verwendung
behandelt wird, um ihn gegen Pilze und Insekten resistent zu machen.
Während diese Vorbehandlung bisher vor allem chemisch stattfand,
werden
derzeit auf Borsalz
basierende Lösungen entwickelt. Bei der Verwendung von Bambus als
Baustoff ist es wichtig, dass er vor Feuchtigkeit geschützt wird.
Dies
geschieht dadurch, dass das Gebäude nicht auf dem Boden, sondern
einem
feuchtigkeitsresistenten Unterbau (Steine oder Betonsockel) steht und
dass ein auskragendes Dach den Bambus gegen Feuchtigkeit schützt.
In
erdbebengefährdeten Gebieten (beispielsweise in Indonesien) zeigt
sich, dass Bambushäuser den Erdstößen wesentlich besser
gewachsen sind als Backsteinhäuser.
Gebrauchsgegenstände
Bambus wird traditionell auf vielfältige Weisen
genutzt, um Möbel
und allerlei Hausgeräte herzustellen, unter anderem kunstvoll
geflochtene Körbchen, Vorhänge, Dosen u. Ä. Aber
auch andere
Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Hüte, Körbe
und Reusen werden
aus Bambus hergestellt. Darüber hinaus dient das lange, krause
Geschabsel zum Polstern. Ein Span von keilförmigem Querschnitt,
dessen
scharfe Kante von der kieselreichen äußeren, ungemein harten
Schicht
gebildet wird, gibt ein sehr scharfes Messer, die gleiche Schicht dient
auch als Wetzstein für eiserne Messer. In einer Bambusröhre,
die dabei
zwar verkohlte, aber nicht verbrannte, kochten die Javaner
an einem Bambusfeuer junge Bambustriebe. In China wurden zu Rollen
zusammengebundene Bambusstreifen als Schreibmaterial verwendet.
Zerklopfter Bambussplint kann als Pinsel genutzt werden. Eine
kletternde Art wird zu allerlei Flechtwerk, Säcken, ja selbst zu
Jacken
verarbeitet. Auch in Europa wurde Bambus zur Produktion von
Stöcken
(Pfefferrohr) und Regenschirmstielen genutzt, außerdem
können Fahrräder
aus Bambus hergestellt werden.[1]
In einigen Ländern und Regionen, zum Beispiel Java
(Angklung),
China oder Tahiti, werden auch Musikinstrumente aus Bambus hergestellt.
In Japan wird Bambus vor allem benutzt, um Flöten wie die
Shakuhachi oder Shinobue herzustellen. Auf Hawaii wird Bambus zur
Herstellung eines flötenähnlichen Holzblasinstrumentes, des
Xaphoons, genutzt. Es gibt jedoch auch Schlag- und Zupfinstrumente aus
Bambus.
Auch zu Waffen wurde Bambus verarbeitet: Blasrohre,
Pfeilschäfte und Pfeilspitzen, Lanzen und Palisaden bestanden aus
dem
Material. In Japan wurden aus Bambus in einem komplizierten Prozess die
Yumi (Bögen) der Samurai hergestellt. Ähnliche
Bambusbögen werden auch heute in Japan und von fortgeschrittenen
Schützen in Europa im Kyūdō verwendet. Mit Bambusspitzen
bestückte Fallen und Fallgruben wurden noch im Vietnamkrieg im 20.
Jahrhundert durch die Nationale Front für die Befreiung
Südvietnams eingesetzt. Auch im Kendō wird mit sogenannten Shinai,
die ebenfalls aus Bambusstreben bestehen, gekämpft.
Matten, Körbe und Gefäße werden aus
schmalen, furnierähnlichen
Streifen verschiedener Bambusarten geflochten. Mit Hilfe von Garnen
können diese Streifen auch zu Bodenbelägen oder Jalousien
verbunden
werden; sie sind hart wie Holz und lassen sich wie ein Gewebe
zusammenrollen.
Werkstoffe
Bambus-Stäbchenplatte
naturbraun
|
Bambus-Stäbchenplatte
hell
|
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Einen bedeutenden neuen Markt für Bambus-Erzeuger
nehmen die
Plattenwerkstoffe ein. Die Produkte sind nur etwa halb so teuer wie die
konkurrierenden Holzwerkstoffe. Wegen seiner hohen Stabilität und
Festigkeit ist Bambus ein idealer Werkstoff für verleimte Platten
und Grobspanplatten
(OSB; Oriented Strand Board). Seit vielen Jahren wird Bambus-Sperrholz
produziert. Es wird in großen Mengen zur Beplankung von LKW
eingesetzt.
Im konstruktiven Ingenieurbau werden derzeit neue Wege in puncto Erdbebensicherheit
mittels Bambuselementen beschritten. Temporäre Bauten und
filigrane
Konstruktionen werden trotz strenger baurechtlicher Vorgaben zunehmend
häufiger realisiert. Geringes Gewicht bei zugleich hoher
Zugfestigkeit
sind bei allen High-Tech-Anwendungen die technisch und wirtschaftlich
kaum kopierbaren Pluspunkte des Bambus.
Bambusparkett ist seit etwa 20 Jahren auf dem Markt
erhältlich. Das
Bambusrohr wird dazu der Länge nach gespalten und die Streifen
werden
zu Platten verleimt. Die Nachfrage nach solchem Parkett ist auf Grund
der guten gestalterischen und technologischen Eigenschaften weltweit
angestiegen. Eine Weiterentwicklung stellt Parkett aus verdichtetem
Bambus mit einem Harzsystem als Bindemittel dar, ein
strapazierfähiges Material mit vergleichsweise hoher Dichte von
1.100 kg/m3 (Bambusrohstoff: 600–800 kg/m3)
und optisch reizvoller Oberfläche. Das Produkt wird als
Alternative zu tropischem Hartholz
bei Parkett und Terrassenbodenbelägen angeboten.
Bambus lässt sich auch gut mit anderen Werkstoffen
kombinieren. Als
hochwertige Fasern mit einem günstigen
Längen-Dicken-Verhältnis wirkt
Bambus verstärkend, beispielsweise in Kombination mit
Kunststoffen, als
Schleifstaub (z. B. Reststoffe der Plattenfertigung) wirkt er
versteifend in Verbundwerkstoffen.
Die Zugabe von Naturstoffen soll zudem zu einem stabileren,
erdölunabhängigeren Preis der Kunststoff-Compounds
führen.
Verbundwerkstoffe mit Bambusanteil sind seit einigen Jahren erfolgreich
am Markt eingeführt; in Asien werden sie unter der Bezeichnung
Wood-Plastic-Composites
(WPC) gehandelt. In den USA und Europa allerdings werden unter dieser
Bezeichnung gewöhnlich mit Nadelholzfasern gefüllte und
verstärkte
Verbundwerkstoffe verstanden. Für speziell aufbereitete
Bambusfasern,
besonders in Kombination mit Biokunststoffen, werden in der
zukünftigen Werkstoffentwicklung erhebliche Marktchancen gesehen.
Auch in Beton
können größere Mengen Bambusfasern als preiswerter
Zuschlag und
Faserverstärkung eingesetzt werden, wie Versuche in Asien und
Europa
zeigen. Der Markt für derartige innovative Biowerkstoffe
verzeichnet Wachstumsraten von jährlich bis zu 50 Prozent.
Zellstoff
und Textilien
Bambus enthält nur 2-3 mm kurze Zellulosefasern,
die daher nicht
spinnbar sind. Die heute vielfach aus Marketinggründen als
„Bambus-Textilien“ (woven bamboo) angebotene Bekleidung, vor allem
Strümpfe, besteht aus Viskosefasern.
Hierbei dient Bambus lediglich als Rohstoff für die daraus in
einem
chemischen Prozess gewonnene und zur Viskosefaser weiterverarbeitete
Cellulose.
Neben Bambus können beispielsweise auch Buche, Birke, Kiefer,
Fichte,
Pinie oder Eukalyptus als Celluloserohstoff für die
Viskosefaserherstellung verwendet werden. In der Regel liegt bei der
Bezeichnung „Bambus-Textilien“ daher eine Irreführung der
Verbraucher
vor. [2]
Daneben gibt es Textilien aus der echten Bambus-Bastfaser. Die
Bambus-Bastfaser wird einem mit der Leinenfasergewinnung vergleichbaren
Verarbeitungsprozeß unterzogen. Danach wird die Bambus-Bastfaser
im
Lang- oder Kurzstapelverfahren zu einem Garn versponnen.
In China wurde historisch das meiste Papier
aus dem Zellstoff junger Bambustriebe erzeugt. Bambus wird seit
Jahrzehnten in erheblichem Umfang in der asiatischen und
südamerikanischen Zellstoff- und Papierindustrie eingesetzt. Der
Anteil
des Bambus wird zwar global gesehen und relativ zum Einsatz von Holz
als rückläufig bewertet, denn der schnellwachsende Eukalyptus
und die
langfaserigen Kieferngehölze liefern wirtschaftliche Vorteile
für die
Industrie, China wird dennoch vor allem auf Grund der riesigen
(Binnen-)Nachfrage und begrenzter Holzvorräte weiterhin auf Bambus
setzen. Auf Jamaika wird sehr viel Bambusfaser
für die nordamerikanische Papierfabrikation gewonnen.
Inhaltsstoffe
Die moderne Biotechnologie
ist ein wichtiges Standbein zur Sicherung der Rohstoffbasis für
die
Chemische Industrie und die Pharmazie. Gerade in Zeiten der Verteuerung
erdölbasierter Produkte stellen komplexe, biobasierte Grundstoffe
eine
ökonomische Alternative dar.
Bambuskampfer
(Bambuszucker, Tabachir) ist ein chemischer Grundstoff, der sich als
Konkretion
aus der wässrigen Lösung in einzelnen Bambusarten entwickelt.
Der Stoff
bildet in den Internodien der Pflanze unregelmäßige,
erbsengroße,
weiß-gelbliche oder bräunliche, opalartig durchscheinende
Ablagerungen.
Sie können leicht in Handarbeit aus dem gespaltenen Halm gekratzt
werden und stellen ein Zusatzeinkommen für Bambus-Besitzer dar.
Bambuskampfer wird in der chinesischen Medizin auch als Poliermittel
eingesetzt. Er wird in großer Menge in arabische Länder
exportiert.
Weitere chemische Grundstoffe, vor allem Flavonoide,
werden aus den Bambusblättern gewonnen. Flavonoide kommen in
vielfältigen Strukturen in praktisch allen Nahrungspflanzen vor.
Die
meisten Flavonoide sind an Glucose oder Rhamnose gebunden und wirken
als Antioxidantien.
Viele der Wirkfunktionen sind jedoch noch unerforscht, hier wird ein
großes Potenzial gesehen. Vor allem die Kosmetikindustrie hat die
Vorteile aufgegriffen und setzt flavonoidhaltige Pflanzenauszüge
vermehrt in Antifalten- oder Sonnencremes ein, kombiniert mit
Vitaminen. In Europa sind außerdem Körperpflegeartikel
(Duschgel,
Seife, Badezusatz etc.) und Arzneimittel mit solchen Inhaltsstoffen auf
dem Markt.
Energetische
Nutzung
Holzkohle
aus Bambus ist in Asien ein altbekannter
Energieträger zum
Kochen und Heizen – und ein wichtiger Energieträger für die
Industrie.
China exportiert jährlich größere Mengen dieser
Holzkohle nach Japan.
Die hochverdichtete Bambus-Holzkohle hat eine zweieinhalbfach
höhere
Brenndauer als herkömmliche Holzkohle. Aus diesem Markt heraus
werden
seit einigen Jahren neue, höherwertige Anwendungen erschlossen,
beispielsweise Filtersysteme für die Industrie oder zur
Wasseraufbereitung, desodorierende Mittel oder hochwertige
Zeichenkohle. Bambus-Pellets sind nicht nur preislich eine
konkurrenzfähige Alternative zu Brennholz: Bambus hat bei gleicher
Rohdichte den dreifachen Energiegehalt. Der globale Markt wächst
rapide; die Nachfrage stieg allein in den Niederlanden und in
Großbritannien in zwei Jahren von null auf über eine Million
Tonnen.
Das primäre Verbrennen von Bambus wird jedoch
ähnlich wie bei Holz
kritisch betrachtet – in der Regel bietet die stoffliche Nutzung, bzw.
die Herstellung hochwertiger Produkte, eine wesentlich höhere
Wertschöpfung. Im Sinne einer Kaskadennutzung
kann am Ende des Produktlebens immer noch die thermische Verwertung
stehen. Zudem beeinflussen Prozess- und Transportemissionen die
Ökobilanz und die bei Biomasse grundsätzlich CO2-neutrale
Verbrennung negativ. Im dörflichen Bereich gibt es oftmals keine
Alternative zur Verbrennung, da die Bewohner auf kurzfristig
verfügbares Material zum Kochen oder Heizen zugreifen müssen.

Kulturelle
Bedeutung
Dem Bambus werden verschiedene symbolhafte Bedeutungen
zugeordnet. So ist er beispielsweise in China ein Symbol
für langes Leben, in Indien jedoch ein Symbol der Freundschaft.
Auf den
Philippinen werden Bambuskreuze von Landwirten als Glücksbringer
aufgestellt.
In Japan ist Bambus ebenfalls ein positiv besetzter
Begriff. Bambus
wächst sehr gerade, und aufgrund seiner frischen grünen Farbe
gilt er
als Symbol der Reinheit. Er tritt als Symbol auch zusammen mit
Kiefernzweigen und Pflaumenblüten auf. Die drei Pflanzen werden
nicht
nur als Glückssymbole eingesetzt, sondern auch, um wie z. B.
bei Sushi
verschiedene Preisstufen zu markieren (von unten nach oben: sho – chiku
– bai, Kiefer – Bambus – Pflaume). Am Jahresende wird auf jeder Seite
der Eingangstür ein Gebinde aus Bambusrohren und Kiefernzweigen
aufgestellt, das Glück bringen soll („kadomatsu“).
Da Bambus nur selten blüht und die Samen vorwiegend
während
Hungerzeiten gegessen wurden, wird die Bambusblüte in manchen
Kulturen
als Vorbote einer Hungersnot interpretiert. In einigen Kulturen Asiens,
z. B. in den Andamanen,
wird davon ausgegangen, dass die Menschheit bei ihrer Entstehung aus
einem Bambusrohr herausgetreten ist. In Malaysia und Japan gibt es
Legenden über eine junge (und sehr kleine) Frau, die in einem
Bambusrohr lebt und erscheint, wenn das Rohr gekappt wird (Taketori
Monogatari).
Systematik
Übersicht über die Systematik
der Bambuseae
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Tribus Bambuseae: Holzige Bambus-Arten, gegliedert
in neun Subtribus mit 77 Gattungen.
Subtribus Arthrostylidiinae
- Actinocladum
- Alvimia
- Apoclada
- Arthrostylidium
- Athroostachys
- Atractantha
- Aulonemia
(Matudacalamus)
- Colanthelia
- Elytrostachys
- Glaziophyton
- Merostachys
- Myriocladus
- Rhipidocladum
Subtribus Arundinariinae
- Acidosasa
- Ampelocalamus
- Arundinaria
- Borinda
- Chimonocalamus
(Sinarundinaria)
- Drepanostachyum
- Fargesia
- Ferrocalamus
- Gaoligongshania
- Gelidocalamus
- Himalayacalamus
- Indocalamus
- Oligostachyum
- Pleioblastus
(wird zur Gattung Arundinaria gezählt)
- Pseudosasa
- Sasa
(mit 60 Arten)
- Thamnocalamus
- Yushania
Subtribus Bambusinae
- Bambusa
(Syn.: Dendrocalamopsis), mit 120 Arten.
- Bonia (Syn.: Monocladus),
- Dendrocalamus
(Syn.: Klemachloa, Oreobambos, Oxynanthera, Sinocalamus),
- Dinochloa,
- Gigantochloa,
- Holttumochloa,
- Kinabaluchloa
(Syn.: Maclurochloa, Soejatmia),
- Melocalamus,
- Sphaerobambos,
- Thyrsostachys.
Subtribus Chusqueinae
- Chusquea (Dendragrostis,
Rettbergia)
- Neurolepis
(Planotia)
Subtribus
Guaduinae
- Apoclada
- Eremocaulon
(Criciuma)
- Guadua
- Olmeca
- Otatea – Trauerbambus
Subtribus Melocanninae
- Cephalostachyum
- Davidsea
- Leptocanna
- Melocanna
(Beesha)
- Neohouzeaua
- Ochlandra
- Pseudostachyum
- Schizostachyum
- Teinostachyum
Subtribus
Nastinae
- Decaryochloa
- Greslania
- Hickelia
- Hitchcockella
- Nastus
- Perrierbambus
Subtribus Racemobambodinae
- Racemobambos
(Neomicrocalamus, Vietnamosasa)
Subtribus Shibataeinae
- Brachystachyum
- Chimonobambusa
- Indosasa
- Phyllostachys
- Qiongzhuea
- Semiarundinaria
- Shibataea
- Sinobambusa
- Temburongia
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Fälschlich
als „Bambus“ bezeichnete Vertreter anderer Arten
Unter der aus botanischer Sicht völlig abwegigen
Bezeichnung
„Glücksbambus“ oder der englischsprachig anmutenden Benennung
„Lucky
Bamboo®“ kommen Sorten der pflanzensystematisch von Bambus weit
entfernten Drachenbaumarten Dracaena
sanderiana
und Dracaena fragrans
in den Handel. Der Name Glücksbambus ist ein eingetragenes
Warenzeichen. Er wird in Europa in vielen Möbelhäusern,
Baumärkten,
Supermärkten, Gartencentern und Blumengeschäften angeboten.
Ebenfalls kein echter Bambus ist das Seychellengras, das als „Zwergbambus“ oder
auch „Bonsai-Bambus“ angeboten wird. Der „Hängebaumbambus“ ist
ebenso ein Gras, das sogenannte Flechtstraußgras.
Weitere fälschlicherweise als Bambus bezeichnete Pflanzen sind
„Himmelsbambus“ und „Mittelmeerbambus“.
Quellen und
weiterführende Informationen
Literatur
- Simon Crouzet und Oliver Colin: Bambus.
Agrarverlag, 2003, ISBN 3-8001-4195-7.
- Christian Gahle & Alexandra Brunnert: Bambus:
Vom regionalen Baustoff zum globalen Rohstoff. Bambus-Journal
3/2008; ISSN 0942-4679
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Bambus-Fahrrad von 1895
- ↑ Textilien aus Bambus - Schein
oder Wirklichkeit , Statement von Hans-Jürgen Kleine (EBS
- European Bamboo Society Sektion Deutschland e.V.)
Fonte: http://de.wikipedia.org/wiki/Bambus

Informationen zum Bambus
Egal ob Sie als Hobbygärtner den eigenen Garten
bepflanzen oder als
Gartenarchitekt ganze Blumenschauen ausrichten, Bambus hat eine
Faszination, die jeden ansteckt.
Hier finden sie das Grundwissen um den Bambus: Richtiges
Pflanzen
mit Rhizomsperre und welche Arten diese nicht benötigen,
Pflegetipps
und Winterschutz, im Kübel oder im Garten, Pflanzzeiten,
Düngung und
die richtige Erde. Und was war eigentlich mit der Bambusblüte vor
einigen Jahren?
Die Informationen, die wir hier gesammt haben, stammen
zum grossen Teil auch von den vielen, vielen Besuchern im Bambus-Forum,
die durch ihr Wissen (und ihre klugen Fragen) so viele Aspekte des
Bambusses beleuchtet haben. Besonderes danken möchten wir Herrn Uli Drescher,
der mit der ersten Textfassung die Grundstuktur zu dieser Rubrik gelegt
hat.
Wir sind sicher, dass Sie hier alles Wissenswerte finden:
Rhizome
Horst- und
hainbildender Bambus
Rhizomsperre®
Alternativen
zur Rhizomsperre
Lebenszyklus
Pflanzzeit
Vermehrung
Wachstum
Bambusblätter
Bambusblüte
Standortfaktoren
Bodenverhältnisse
Klimatische
Einflüsse
Bambus als
Sichtschutz
Bambushecke
Grenzabstand
Hangbepflanzung
Kübel /
Terrasse
Wintergarten
/ Zimmer
Formgebende Pflege
Zurückschneiden
Wässern
Düngung
frux
Bambuserde
Höhenbegrenzung
Formschnitt
, engl. Topiary
Pflege im
Jahreswechsel
Frühjahr
Sommer
Herbst
Winter
Wintertipps
für Ihren Bambus
Schäden
Schädlinge
/ Krankheiten
Winterschäden
Hilfe
bei Winterschäden
Produkt und
Anwendung
Bambushalme
Deko-Halme
Bambusfloristik
Bambuszäune
Bauen
mit Bambus
Taketombos
Fonte:
http://www.bambus.de/infos.html

|
Bambus
in Taiwan
|
|
|
|
Bambusgestell für eine
Waschschüssel. (Aus der Sammlung von Patrick Lee)
|
Die
Schönheit von Bambus liegt in den starken, langen und
würdevollen
Abschnitten des Schaftes und auch in der geraden, glatten und eleganten
Erscheinung. Seine Blätter wiegen sich im Wind und sind doch fest
und
scharfkantig. Zwar ist Bambus hohl, aber er besitzt starke
Verbindungen. Er widersteht Unwettern und bleibt das ganze Jahr
über
grün. Außerdem machen seine „aufrechte“ Form, das „leere“
Innere und
die „fesselnden“ Verbindungsknoten ihn zu einem Symbol für edlen
Charakter und lautere Integrität. Während des Neujahrsfestes
nach dem
Mondkalender drücken die Menschen ihre Wünsche mit dem Wort
Bambus aus
— etwa zhubao ping’an 竹報平安 (in einem auf Bambusstreifen
geschriebenen Brief nach Hause mitteilen, dass alles in Ordnung ist),
oder baozhu yisheng chu jiusui 爆竹一聲除舊歲 (das alte Jahr mit dem
Klang von Bambusknallkörpern verabschieden). Eine andere
Redensart, qing mei zhu ma 青梅竹馬 (wörtlich: grüne
Pflaumen und Bambuspferd), beschreibt eine Freundschaft von Kindheit
an.
Taiwans geografische Lage ist für
das Gedeihen von Bambus ideal. Sowohl der tropische Bambus
Pachymorph rhizomes (Taiwan-Riesenbambus,
Oldham-Bambus, Stachelbambus, Langzweigbambus und Heckenbambus) als
auch der winterharte Bambus Leptomorph rhizomes (Mosobambus,
Makinobambus
und Kunishirohr)
wachsen auf der Insel, und es fühlen sich ausländische wie
auch
einheimische Sorten wohl, vom zehn Zentimeter langen
Zwergweißstreifen-Bambus bis zum Riesenbambus, der 40 bis 50
Meter hoch
werden kann. Üppiges Grün und Bambusdickicht bestimmen die
typische
bäuerliche Dorflandschaft Taiwans. Viele Stadtbewohner, die beengt
in
Beton-, Stahl- und Glasgebäuden hausen, sehnen sich immer noch
nach dem
Komfort eines „mit Bambus geschmückten
Hauses“.
Am Rohstoff Bambus herrscht in Taiwan kein
Mangel. In der Vergangenheit
war Bambus untrennbar mit dem Leben der Menschen verbunden: Gewebtes
und Möbel,
„Geistergeld“ aus Bambus, das als Opfergabe für die Götter
und Geister
verbrannt wurde, Orakelklötzchen, oder auch beim Bau hoher
Gebäude
verwendete Gerüste. Staatliche Forschung und Förderung des
Bambusanbaus
und der Verarbeitungstechniken machten Bambusmaterialien und -produkte
während Taiwans rasanter wirtschaftlicher Entwicklung zu einem
wichtigen Handwerkserzeugnis für den Export. Zum Beispiel
produzierte
Taiwan einst über 90 Prozent aller von Ingenieuren benutzten
Reduktionszirkel der Welt (das dreieckige Achsengelenk ist aus Bambus).
Heute haben neue Technologie, Mischmaterialien oder auch Billigimporte
von Bambus, Rattan und Holzprodukten Taiwans gewerbliche
Bambusproduktion verdrängt. In kulturellen und künstlerischen
Bereichen
indes blieb Taiwans traditionelle Essenz bei konstanter Innovation
erhalten, während kreative Vielfalt, Freiheit und Erneuerung
angenommen
wurden, so dass Taiwan ein wichtiges Bambuskulturzentrum der Welt
wurde.
Bevor die han-chinesischen Pioniere zur
Öffnung
Taiwans im 17. Jahrhundert eintrafen, benutzten bereits die
Ureinwohner, die seit Jahrhunderten auf der Insel lebten, geschickt
Bambus und Holz zum Bau von Ahnenschreinen, Versammlungshäusern,
Wohnstätten, Kornspeichern und Wachtürmen. Fischreusen,
Vorratsbehälter, Körbe zum Tragen auf dem Rücken, runde
flache Körbe
zum Sieben und Aufbewahren von Nahrungsmitteln, Rüstungen und
Regenmäntel wurden größtenteils aus Bambus hergestellt.
Die
Spiralwebtechnik ist ein kennzeichnendes Handwerk der Völker der
austronesischen Sprachfamilie. Musikinstrumente aus Bambus wie die
Maultrommel, die Nasenflöte und die Bogengeige gelten als Juwelen
der
Volksmusik.
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Bambusbehälter
für Orakelstreifen und mondsichelförmige Holzklötzchen
für
Orakelzwecke sind in Tempeln in ganz Taiwan in Gebrauch. (Aus der
Sammlung von Patrick Lee)
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In
der Vergangenheit maßen Taiwans hochrangige Beamte, die
Oberschicht,
Kaufleute und Bauern dem Wissen große Bedeutung bei. Die für
ihre
besondere Vorliebe für Literatur bekannten Gelehrten
ergötzten sich
auch an Lyrik, Schreiben, Kalligrafie und Malerei, und der feinen Kunst
des Gartenbaus wurde ebenfalls große Bedeutung beigemessen.
„Bambus“
benutzten viele von ihnen als Pseudonym oder bezeichneten ihr Haus oder
Studierzimmer als Bambushang, Bambuswald, Bambus-Studierzimmer,
Bambushütte, Bambusveranda, Bambus-Einsiedelei oder Bambusstrom.
Seitlich an der Rückwand eines traditionellen taiwanischen Hauses
wurden oft Verspaare mit der Aufschrift „Überreichlich wachsender
Bambus und Pinien“ aufgehängt, ein Ausdruck für den Wunsch
der Familie
nach Wohlstand, Stabilität und Gehorsam gegenüber den Eltern.
Neben der
Eingangstür wurde häufig ein Bambushain angepflanzt, der
Vulgarität
austreiben und Eleganz und Schönheit ins Haus bringen sollte. Ein
Übertopf mit Pinien, Bambus und Pflaumen wurde ebenfalls
aufgestellt,
um ihre unverwüstliche Fähigkeit als „drei Freunde des
Winters“ zu
symbolisieren. Alte buddhistische Tempel in Bambuswäldern
maßen der
Platzierung von Bambus und Steinen größere Bedeutung bei,
weil diese
Erfrischung, Erhabenheit und Würde symbolisierten. Pflaumen,
Orchideen,
Chrysanthemen und Bambus nennt man die „vier Edelmänner“; Pinien,
Bambus, Pflaumen und Orchideen die „vier Freunde“; und Pflaumen, Bambus
und Steine die „drei Reinheiten und drei Vorzüge“. Sie waren
beliebte
Motive für Gemälde und Schnitzereien an Wänden,
Fenstern, Türen,
Fenstergittern und Möbeln. In traditionellen Gebäuden ist es
üblich,
dass die Wände, Geländer oder kurzen Pfeiler in gewundenen
Fluren aus
grünglasierter Keramik mit Bambusmuster gemacht sind.
Steinsäulen
werden oft mit Bambusmustern beschnitzt, und die Fenster waren in
verschiedenen Bambusformen gestaltet. Solche genialen Ausdrücke
spiegeln eine aufrichtige Hochschätzung für Bambus wider.
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In den Geburtstagsgebeten
für Langlebigkeit ersetzt ein mit Nudeln drapierter Bambusrahmen
das Opfer eines lebenden Tieres. (Aus der Sammlung von Patrick Lee)
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Bambus wird zur Herstellung einer
erstaunlichen Vielfalt von Dingen benutzt
Schreibmaterialien:
Schreibpinsel, Pinselgestelle und Rollpapiervorhänge.
Traditionelle Musikinstrumente:
Bambusflöten (Querflöten und normale Flöten),
Rohrblattpfeifen, Bambus-Klanghölzchen, Kastagnetten und
Klöppel.
Kinderspielzeug: Bambuslibellen,
Spritzpistolen, Drachen und Brummkreisel.
Persönliche Artikel:
Ohrschaber, Rückenkratzer.
Unterhaltung: Taubenglocken,
Mahjongg-Steine.
Landwirtschaftliche Geräte:
Bambushüte,
Tragestangen, Viehstangen, Viehtrensen, unterschiedliche
Bambuskörbe,
Reissiebe, Körbe zum Teepflücken oder Trocknen, Kehrbleche,
Bambusschaufeln, Bananenkörbe, Verpackung für
Reisschösslinge,
Bewässerungskübel und Bambusharken.
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Ein Tuschegemälde mit
Bambusmotiv von Zheng Banqiao. (Aus der Sammlung des Nationalen
Palastmuseums Taipeh)
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Fischereigeräte:
Angelruten, Fischfallen und Fischkörbe.
Familienutensilien:
Bambusstangen,
Bambusleitern, Bambusfächer, Bambusbesen, Holzkohlenkörbe,
Dämpfaufsätze, Kochsiebe, Reissiebe,
Reisschöpflöffel, Essstäbchen,
Bambuszahnstocher, Bambusgabeln und Teetabletts.
Utensilien für den
täglichen Gebrauch: Bambusbetten, Bambustische, Stühle,
Schränke, Hocker, Lehnstühle, Kinderstühlchen und
Wiegen.
Zeremonielle Artikel/traditionelle
Artikel: Körbe für Geistergeld, Geschenkkörbe,
Betelnusskörbe und Reisnudelkörbe.
Hochzeits- und Festbedarf:
Körbe für
Knallkörper, Ehevermittlerkörbe, Reissiebe „doppelte
Glückseligkeit“,
Fächer zum Zusammenfalten, Laternen mit Familiennamen-Aufschrift
und
Laternen „gedeihendes
Vieh“.
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Bambuskörbe für
Garnelen. (Aus der Sammlung von Patrick Lee)
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Diese zahlreichen Artikel sind nicht
nur nützlich im Alltagsleben,
sondern verkörpern auch die Nähe zur Natur und die
Dankbarkeit dem
Himmel gegenüber. Außerdem drücken sie einen besonderen
Sinn für
Ästhetik aus.
Vom handwerklichen Standpunkt aus
gelten Bambusmöbel
als
„grobe“ Bambusarbeit, im Gegensatz zur „feinen“ Bambusarbeit, die aus
feinen Bambusstreifen gefertigt wird. Die Fähigkeit zur
Herstellung von
Bambusmöbeln ist einzigartig bei den Han-Chinesen. Zu den
besonderen
Fertigkeiten zählen das Bohren von Zapfenlöchern in
Bambusabschnitten,
das Erhitzen von Bambus zum Biegen, Einfügen von Zapfen und
Bambusnägeln sowie Verschrauben. Bei Bambusmöbeln sind die
Einzelteile
sehr fest miteinander verbunden, daher sind sie äußerst
robust.
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Eine Garnitur zueinander
passender Lehnstühle demonstriert eine hochentwickelte
Handwerkskunst und ein elegantes Design. (Aus der Sammlung von Patrrick
Lee)
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Die zeitgenössische Bambuskunst in
Taiwan hat große Leistungen
erbracht. Auf der soliden Grundlage der traditionellen Bambuskunst
sammeln die Künstler Informationen, ersinnen neue Ideen und
Designs und
entwickeln neue Fertigkeiten. Bei der Auswahl von Materialien geht man
heute mit größerer Sorgfalt vor als in der Vergangenheit.
Bambuskünstler machen heute nicht nur Dinge für den
praktischen
Gebrauch, sondern Werke mit persönlicher Note, die in
Kunstgalerien
ausgestellt werden.
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Alles, was ein Kind begehrt: ein
Kinderwagen aus Bambus. (Aus der Sammlung von Patrick Lee)
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Die
Resonanz akademischer Zirkel auf kunsthandwerkliche Dinge aus Bambus
ist sogar noch enthusiastischer als je zuvor. Immer mehr Gelehrte
forschen und schreiben über Kunsthandwerk. Allgemein gesagt: In
dem
Maße, in dem Künstler auf den Plan treten, die
Bambusflechtereien
herstellen, nimmt auch der Erfolg von Bambusprodukten zu. Das
handwerkliche Niveau der Künstler und auch die Stile der Arbeiten
übertreffen bei weitem jene der (mandschurischen) Qing-Dynastie
(1644-1911) oder aus der japanischen Kolonialzeit (1895-1945).
Kolorierungen und Farben sind farbechter und weisen eine ungleich
größere Vielfalt auf.
Bambusschnitzerei beschränkt sich
nicht
auf traditionelle Skulpturen und auf Stiftbecher geschriebene
Verspaare, Armstützen (die man beim Malen und Schreiben von
Kalligrafie
benutzte) und Fächerrahmen. Die modernen Künstler sind
innovativ, ihre
Designs gehen über die lange Form von Bambus hinaus. Dank der
neuartigen Messer und Schnitzwerkzeuge können Künstler ihre
kreativen
Ideen freier ausdrücken und einen größeren
Themenbereich abdecken, mit
Motiven, welche die Gelehrten interessieren, Themen aus lokaler
Literatur, volkstümlichen Sitten und Religion.
Eine bemerkenswerte Entwicklung der
jüngeren Zeit
betrifft Lackkörbe, für die man die Kunst des Bambusflechtens
und der
Herstellung von Lacküberzügen beherrschen muss. Solche Dinge
sind
schwieriger anzufertigen, und es befassen sich entsprechend weniger
Künstler damit. Lackkörbe sind eine neue Entwicklung, aber
auch mit
sehr wenigen Beschränkungen der Tradition gebunden, so dass die
Künstler ihre kreativen Ideen voll ausschöpfen können.
Lackkörbe haben
der taiwanischen Bambuskunst eine neue Atmosphäre beschert.
Autor: Chiang Shao-ying
Fonte:
http://www.gio.gov.tw/taiwan-website/abroad/de/culture/bamboo/index.htm
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Bambus
kaufen:
- Setzlinge
- Samen

Natur Eleben
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